Gewichtung

Transformation und Redressement

Grundsätzlich bedeutet der Begriff Gewichtung die Multiplikation eines oder mehrerer Werte mit einem Faktor. Unter der Gewichtung von ma-Daten versteht man eine Prozedur in zwei Schritten: Transformation und Redressement. Bei der Transformation werden die unterschiedliche Auswahlchance der Befragten in Mehrpersonenhaushalten sowie eine disproportionale Stichprobenanlage oder andere für die eingesetzte Methode notwendigen Merkmale (z.B. Anzahl der Telefonnummern, über
die der Haushalt bei CATI erreichbar ist) durch einen Faktor ausgeglichen. Beim Redressement (= Ausfallgewichtung) werden die Ausfälle, die sich bei der Abarbeitung der Stichprobe im Feld ergeben, hinsichtlich bestimmter soziodemografischer Merkmale rechnerisch kompensiert. So lässt sich von
den erreichten Personen (Befragten) auch auf die Nicht-Erreichten und damit auf die angestrebte Grundgesamtheit schließen. Es wird zwischen Personengewichtung und Haushaltsgewichtung unterschieden. Bei der Personengewichtung erhält jede befragte Person einen Gewichtungsfaktor
(Personengewicht, Wert zwischen 0 und 1), sodass die gewichtete Menge aller befragten Personen im Hinblick auf ihre demographischen Merkmale die Verteilung in der Bevölkerung widerspiegelt. Bei der Haushaltsgewichtung wird jede befragte Person im Hinblick auf die Merkmale ihres Haushalts betrachtet und erhält einen (weiteren) Gewichtungsfaktor (Haushaltsgewicht, Wert zwischen 0 und 1). Der vergebene Gewichtungsfaktor bezieht sich auf die Merkmale des Haushalts und stellt sicher, dass die Stichprobe die Struktur der Haushalte widerspiegelt. Jede Person im Datensatz erhält somit zusätzlich zum Personengewicht auch ein Haushaltsgewicht.

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